In den vergangenen Monaten sind rund um den Vorschlag eines neuen Bundesligaspielsystems verschiedene Aussagen und Gerüchte in den Umlauf gelangt. Dieser Beitrag stellt den aktuellen Stand transparent dar.
Das neue bzw. veränderte Spielsystem wird ausschließlich in der kommenden Saison in der 1. und 2. Bundesliga zum Einsatz kommen. Dafür haben sich die Mannschaften der beiden Bundesligen bereits im Herbst 2025 mehrheitlich ausgesprochen.
Nach der kommenden Saison soll das neue Spielsystem gemeinsam mit allen Mannschaften der 1. und 2. Bundesliga überprüft und gegebenenfalls neu bewertet werden. Dabei ist ausdrücklich alles möglich – von kleineren Anpassungen bis hin zu einer vollständigen Rücknahme des Systems. Die Entscheidung darüber wird mit den betreffenden Vereinengemeinsam getroffen.
Besonders wichtig ist mir an dieser Stelle zu betonen, dass es weder eine Überrumpelung der Regionen noch ein automatisches Überstülpen des Spielsystems auf alle Ligen des BKV geben wird. Die sechs BKV-Regionen sind weiterhinautonom und entscheiden eigenständig, ob und in welcher Form sie mögliche Änderungen bzw. Anpassungen im Spielsystem übernehmen möchten.
Aktuell wird dem Präsidium des BKV vorgeworfen, dassÄnderungen grundsätzlich nicht zulässig sind. Dies entspricht nicht den Tatsachen. Bereits seit Jahren werden verschiedene Wettbewerbsformen getestet oder sind mittlerweile etabliert, darunter beispielsweise die Wettbewerbe:Familienmeisterschaften, Geh-drauf-Turnier, German Masters, Jugendmeisterschaften, die Jugend-Challenge und die Jugendliga. Diese Formate sind ebenfalls nicht ausdrücklich in unseren Spielregeln reguliert. Um diese zu legitimieren muss eine Änderung in unseren Spielregeln erfolgen. Kleine Randinfo: Der Sportausschuss hatte bereits im Jahr 2019 eine Änderung des Spielsystems für die Bundesligen beschlossen. Die abschließende Umsetzung wurde jedoch durch notwendige Detailanpassungen und schließlich durch die Corona-Pandemie gestoppt.
Aus diesem Grund bitte ich euch, die erforderlichen Anpassungen der Spielregeln beim nächsten Verbandstag offiziell zu bestätigen und die gelebten Spielsysteme zu legitimieren.
Der Vorschlag für das neue Bundesligaspielsystem
Doch was bedeutet jetzt ein neues Spielsystem für die Bundesligen: Ziel des neuen Spielsystems ist es, die Bundesliga spannender, taktischer und für Spieler sowie Zuschauer attraktiver zu gestalten, ohne die bewährten Grundstrukturen aufzugeben.
Gespielt wird weiterhin mit sechs Spielerinnen oder Spielern pro Mannschaft. Jede Einzelpartie geht wie bisher über 100 Stoß. Neu ist jedoch, dass die Begegnungen im direkten Duell ausgetragen werden: Position 1 gegen Position 1, Position 2 gegen Position 2 und so weiter.
Jedes Einzelduell ist zwei Satzpunkte wert. Bei einem Sieg erhält die Mannschaft zwei Satzpunkte, bei einem Unentschieden werden die Satzpunkte geteilt (1:1). Dadurch können Mannschaftsergebnisse von 12:0 über 6:6 bis hin zu 0:12 entstehen.
Um nicht die besondere Bedeutung des Mannschaftergebnisses aus dem Auge zu verlieren, erhält die Mannschaft mit dem höheren Gesamtergebnis zusätzlich vier Satzpunkte. Dadurch kann das Endergebnis einer Begegnung zwischen 16:0 und 8:8 liegen. Die Einzelleistungen bleiben somit entscheidend, gleichzeitig wird eine geschlossene Mannschaftsleistung zusätzlich belohnt.
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Systems ist die taktische Aufstellung der Mannschaften. Vor jeder Begegnung gibt der in der Tabelle höher platzierte Verein zunächst seine Aufstellung bekannt. Anschließend stellt der tiefer platzierte Verein seine Mannschaft dagegen auf. Dadurch entsteht bereits vor Spielbeginn ein spannendes strategisches Element, bei dem die Mannschaften ihre Aufstellungen gezielt planen können.
Am ersten Spieltag richtet sich die Reihenfolge nach dem Mannschaftsschnitt der vergangenen Saison. Ab dem zweiten Spieltag entscheidet der aktuelle Tabellenstand darüber, welche Mannschaft ihre Aufstellung zuerst bekannt geben wird.
Dieses Spielsystem verbindet sportliche Leistung mit taktischer Planung. Jedes Einzelduell hat unmittelbaren Einfluss auf das Gesamtergebnis, gleichzeitig bleibt durch die zusätzlichen Satzpunkte auch die Mannschaftsleistung von großer Bedeutung. Selbst bei einem frühen Rückstand bleibt eine Begegnung bis zum letzten Stoß spannend, da jeder Punkt entscheidend sein kann.
Abschließend soll der Vorschlag die Bundesligen moderner, ausgeglichener und spannender machen. Ob und in welcher Form das System dauerhaft eingeführt wird, entscheiden nach der Erprobungsphase die Vereine. Auf dem Verbandstag 2028wird dann über die Erfahrungen und Ergebnisse der Erprobungsphase berichtet.
Und wen es interessiert, am 29.08.2026 findet ab 11:00 Uhr ein Testspiel in Jänschwalde statt. Mitspielen werden unter anderem Hartmut Schindler, Felix Schneider, Kai Piasecki und Timo Mildner.
Euer VP Sport
Sven Hölzel
